Der FC Twente ging 1965 aus einer Fusion der Enschedese Boys und des Sportclubs Enschede hervor. Dieser Zusammenschluss war die einzige Möglichkeit, um 1965 den Profifußball in Enschede am Leben zu erhalten.

Der Start

Der FC Twente beendete seine erste Saison 1965 auf dem 11. Platz der niederländischen Eredivisie. Unter der Führung von Hilbrink, Olijve und Iliohan änderte der FC Twente seinen Kurs. Der junge und ehrgeizige Kees Rijvers beschloss zusammen mit dem neuen Chefcoach, junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs mit der Qualität erfahrener Neuzugänge zu kombinieren.

Unter dem Chefcoach Kees Rijvers, unterstützt von Spitz Kohn, stellte der FC Twente ein ausgewogenes Team zusammen. Mit Disziplin als Hauptmotivation schmiedete Rijvers die Mannschaft zu einer Einheit zusammen. Dass dies die Straße zum Erfolg war, zeigte sich in der Saison 1968-1969, als der FC Twente in der Eredivisie Furore machte. Das Team aus Enschede mischte fast während der gesamten Saison an der Tabellenspitze mit. Die Zukunft sieht für den FC Twente rosig aus, und Kees Rijvers steckt sich weiter hohe Ziele. In den erfolgreichen 1970er-Jahren arbeitet sich der Klub kontinuierlich weiter nach oben, und bis heute ist der FC Twente immer in der Nähe der Tabellenspitze zu finden.

Auch im europäischen Fußball verbuchte der FC Twente gute Erfolge. In der Saison 1970-1971 erreichte der FC Twente das Viertelfinale des UEFA-Cups, wo er sich erst in der Nachspielzeit Juventus Turin beugen musste. Zwei Jahre später stieß der FC Twente ins Halbfinale des UEFA-Cups vor, wo man es wieder mit Juventus zu tun bekam. Der FC Twente siegte sowohl zu Hause als auch auswärts und erreichte das Finale, wo der Gegner Borussia Mönchengladbach hieß. Das erste Spiel endete 0:0, aber zu Hause triumphierten die „Fohlen“ 5:1 und holten sich den Pokal.

Die lang ersehnte erste Trophäe gab es 1977, als der FC Twente den niederländischen Pokal mit einem klaren 3:0 über den PEC Zwolle gewann. Ende der 1970er-Jahre verlor der FC Twente jedoch etwas den Anschluss an die Tabellenspitze. Während der ganzen 1980er-Jahre konnte nicht mehr an die alten Erfolge angeknüpft werden, und man schrieb ein schwarzes Kapitel in der Geschichte des FC Twente. Der 14. Mai 1983 war der bis heute dunkelste Tag in der Geschichte des FC Twente, als das Unvorstellbare geschah: Der Abstieg war Wirklichkeit geworden.

Im Juli 1983 fängt der neue Trainer Fritz Korbach mit einem glasklaren Auftrag an: Sofortiger Wiederaufstieg. Die Siegesserie in der Eerste Divisie endet direkt hinter dem Meister Maastricht, was für den Wiederaufstieg in die Eredivisie reichte. Das Ziel war geschafft, und der Zuschauerdurchschnitt von 12.400 Besuchern bedeutete Rekord für die Eerste Divisie.

Unter der Leitung von Theo Vonk nimmt der FC Twente Ende der 1980er-Jahre in der Eredivisie langsam wieder Fahrt auf. Die Mannschaft aus Enschede wächst und schafft dreimal hintereinander den dritten Platz in der Liga. Das 25-jährige Jubiläum wird 1990 angemessen auf einem Ligaplatz beendet, der zur Teilnahme an den europäischen Wettbewerben berechtigte.

1996 wird Hans Meyer als neuer Trainer des FC Twente vorgestellt. Meyer formt ein schlagkräftiges neues Team. Seine erste Saison war denkwürdig. Immer mehr Fans kommen ins Diekman-Stadion, der FC Twente macht einen enormen Sprung in der Eredivisie, und im Mai 1998 wird ein neues Stadion eingeweiht: das Arke Stadion. Mit dem neuen Stadion, einer guten Mannschaft, einer guten Jugendabteilung und dem fantastischen Rückhalt der Fans ist der FC Twente ausgezogen, die Liga-Konkurrenten das Fürchten zu lehren.

35.000 Fans feiern den Pokalsieg in Rotterdam

Die Saison 2000/2001 geht als eine der denkwürdigsten in die Geschichte des FC Twente ein. Der 11. Platz in der Meisterschaft war durchschnittlich, aber im niederländischen Pokal zeigt die Mannschaft hervorragenden Fußball. Der FC Twente hat die Chance, nach dem Pokalgewinn 1977 wieder einmal eine wichtige heimische Trophäe zu holen.

Der FC Twente geht im Stadion De Kuip in Rotterdam, das mit 35.000 Twente-Fans gefüllt ist, in das Duell mit den Hausherren. Nach einem aufregenden torlosen Spiel kommt es zum Elfmeterschießen, bei dem Torwart Sander Boschker drei Elfmeter hintereinander hält und damit Enschede den Pokal sichert.

Leider kann Enschedes Stolz in den nächsten beiden Saisonen aus dem Pokalsieg kein Kapital schlagen. Finanziell geht es dem FC Twente wie so manchem anderen Klub nicht gut, und die Foundation FC Twente ’65 geriet sogar in die Insolvenz.

Die Jahre nach der Insolvenz wurden vom FC Twente als Chance angenommen, einen genaueren Blick darauf zu werfen, in welchen Bereichen beim Klub Verbesserungsbedarf bestand. Auf dem Platz jedenfalls beginnt das Team, langsam mit einigen neuen Gesichtern besser Fußball zu spielen. Blaise NKufo kommt 2003 nach Enschede und entpuppt sich als echter Goalgetter. 2004 erreicht der FC Twente wieder das Finale des niederländischen Pokalwettbewerbs, kann sich aber gegen den FC Utrecht nicht durchsetzen.

Die letzten Jahre

Zwischen 2004 und 2006 kann der FC Twente keine wirklichen Erfolge verbuchen, und im Sommer 2006 wird Fred Rutten zum Chefcoach ernannt. Mit Rutten, der bei Guus Hiddink beim PSV Eindhoven Assistenztrainer war, kehrt der Klub auf die Erfolgsspur zurück. Die erste Saison unter Ruttens Leitung erweist sich als fantastische Saison, in der die Qualifikationsrunde für den UEFA-Cup erreicht wird. In der zweiten Saison setzen Rutten und seine Leute die Erfolgsserie mit der Qualifikation für die Qualifikationsrunde der Champions League fort.

Nach Fred Ruttens Weggang zu Schalke 04 wird mit Steve McClaren ein neuer Trainer gefunden. Der ehemalige englische Nationaltrainer sieht, dass sein FC Twente eine gute Partie gegen Arsenal abliefert, und dass sich die Mannschaft während der Saison gut entwickelt. Am 13. September 2008 spielt der FC Twente sein erstes Match im vergrößerten Stadion. Die „De Grolsch Veste“ hat jetzt 24.000 Sitzplätze.

Auf europäischer Ebene werden viele Erfolge verbucht, und der FC Twente übersteht zum ersten Mal seit über 30 Jahren die Gruppenphase des UEFA-Cups. 2009 gelang dem FC Twente dasselbe in der Europa League. In der Eredivisie setzt das Team seinen Erfolgskurs fort, und am 33. Spieltag sichert sich der FC Twente mit einem 3:0-Sieg über Meister AZ die erneute Teilnahme an der Champions League in der nächsten Saison.

Meister!

Meister 2009/2010

Die Saison 2009/2010 wurde zum Höhepunkt in der Geschichte des Klubs. Am Sonntag, dem 2. Mai, wurde der FC Twente erstmals in der Geschichte des Klubs holländischer Meister. Mit 86 Punkten behauptete sich der FC Twente um einen Punkt vor dem Titelrivalen Ajax. Zehntausende Fans verfolgten das Spiel (auswärts beim NAC Breda) auf Großbildschirmen im Stadtzentrum und auf dem Megascreen in der Grolsch Veste. Nach dem entscheidenden 2:0 durch Miroslav Stoch bebte die Innenstadt von Enschede. Für die Spieler gab es am Montag nach dem Spiel in der Stadthalle von Enschede einen großen Empfang, und auf dem Parkplatz der Grolsch Veste fanden sich 70.000 begeisterte Anhänger zu einer Party ein. Der große Traum vieler Menschen war Wirklichkeit geworden: Der FC Twente war holländischer Meister.

In der Saison 2010/2011 spielte der FC Twente erstmals in seiner Geschichte in der Champions League. Inter Mailand, Werder Bremen und Tottenham Hotspurs waren die drei Gegner der „Tukkers“ – ein schweres Los. Beim Debüt im Duell der Landesmeister erreichte man gegen Inter Mailand ein 2:2, und u. a. durch zwei Unentschieden zu Hause gegen Tottenham Hotspur und Werder Bremen und einen Sieg in Bremen überwinterte die Mannschaft in Europa. In der Gruppe wurde der FC Twente Dritter, so dass im Jahr 2011 in der Europa League gespielt werden konnte.